Von Ihrer Selbstständigkeit ist auch Ihr Lebenspartner sehr betroffen, denn er bekommt alle Höhen und Tiefen Ihrer neuen beruflichen Tätigkeit unmittelbar mit. Meist ist er auch derjenige, der Sie aufbaut, wenn Sie deprimiert sind, zum Beispiel weil die Auftragslage noch nicht so gut ist. Daher ist es wichtig, dass Ihr Partner mit Ihrem Schritt in die Selbstständigkeit einverstanden ist, sonst gibt er Ihnen in schwierigen Zeiten vielleicht keinen Beistand. Schlimmstenfalls bekommen Sie noch zu hören, „dass es sowieso eine dumme Idee war, sich selbstständig zu machen“.

Auf zwei große Bereiche, die Ihre Partnerschaft betreffen, kann sich die Selbstständigkeit vor allem in der Anfangszeit auswirken: Zeit und Geld.

 

  • Die tägliche Zeit für die Partnerschaft bzw. die Familie kann sich reduzieren.
  • In dringenden Fällen arbeiten Sie auch am Wochenende oder Feiertag.
  • Sie stehen weniger für die Kinderbetreuung zur Verfügung.
  • Ihr gemeinsamer Urlaub verkürzt sich oder fällt aus.
  • Erspartes wird für Investitionen benötigt.
  • Die Einnahmen reichen anfangs nicht zur Lebenshaltung aus.
  • Teure Freizeitaktivitäten werden gestrichen.

 

Sehr viele Beziehungen von Existenzgründern sind auch daran zerbrochen, dass der Lebenspartner nicht wusste, was auf ihn selbst zukommt. Meine Empfehlung: Sprechen Sie alle Punkte an, die durch Ihre Selbstständigkeit betroffen sein könnten. Auch die Erwartungen, die Sie an Ihren Partner haben, noch bevor belastende Situationen eintreten. Es ist wichtig zu klären, ob Ihr Partner überhaupt bereit ist, in der Anfangszeit zeitlich zurückzustecken oder die gemeinsamen privaten Kosten allein zu decken. Es wurden schon viele Gründer enttäuscht, als sie gemerkt haben, dass ihr Partner ihnen nicht finanziell zur Seite stehen wird. Setzen Sie also nichts als selbstverständlich voraus – auch nicht in einer Partnerschaft. So können Sie noch reagieren und Lösungen finden, ohne dass Ihnen das Wasser finanziell schon bis zum Hals steht.

 

Es kann sein, dass Ihre Firma eine längere Anlaufzeit benötigt, bis sie in die Gewinnzone kommt. Dann ist es durchaus möglich, dass Ihr Partner, vor allem wenn Kinder da sind, mit eigenen Existenzängsten zu kämpfen hat. Auch hier ist es wichtig, dass Sie mit ihm die Situation besprechen und seine Ängste ernst nehmen. Oft ist es so, dass ein Partner nicht aktiv mitarbeiten kann, oder von Ihrer Branche oder Ihrem Metier gar nichts versteht. Umso mehr ist es erforderlich, dass Sie Ihren Partner mit ins Boot holen, damit er auch bei stürmischer See neben Ihnen steht und Ihren Handlungen Vertrauen schenken kann. Es wirkt sich schließlich sehr positiv auf den Erfolg Ihrer Selbstständigkeit aus, wenn Ihnen Ihr Lebenspartner den Rücken stärkt und entschlossen hinter Ihnen steht. Gemeinsam sind Sie stärker!